Freie Schulen brauchen freie Lehrer



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«Bei dieser Gelegenheit sollten wir nicht zuletzt auch das förderalistische Einstimmigkeitsprinzip unserer Bildungspolitik zum Gegenstand öffentlicher Diskussionen machen. Der Sinn des Föderalismus ist doch gerade, unterschiedliche Lösungen möglich zu machen. Was ist wichtiger - die "Einheitlichkeit der Bildungsverhältnisse" (was immer das sein mag) oder der Wettbewerb um den besten Weg aus der Sackgasse, in dem sich unser Bildungswesen befindet? Wäre es nicht besser, die bundesweiten Festlegungen so weit irgendmöglich zu beseitigen und stattdessen sowohl die Länder wie auch die einzelnen Bildungseinrichtungen experimentieren zu lassen? Reicht nicht eine Verständigung auf sorgfältig festzulegende Mindeststandards? Natürlich muß auch weiterhin ein Wechsel von Kiel nach Passau möglich sein. Aber vergessen wir nicht: In Zukunft wird auch ein Wechsel von Freiburg nach Straßburg oder von Bologna nach München auf der Tagesordnung stehen, und darauf sind wir wenig vorbereitet.»


Alt-Bundespräsident Roman Herzog
Rede am 5.11.1997: «Aufbruch in der Bildungspolitik»


«Baustelle»
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«Keiner von uns weiß, welches Konzept zum Erfolg führen wird. Aber da wir es alle nicht wissen, lassen Sie uns doch nicht alles schon von vornherein bürokratisch festlegen. Die Stärke der Novelle des Hochschulrahmengesetzes liegt m. E. vor allem darin, daß es sich durch die Streichung von Vorschriften teilweise selber außer Kraft setzt. Ich warne davor, diese kreativen Lücken nun in den Länderparlamenten wieder mit Paragraphen zu füllen. Geben wir die Kompetenzen dorthin, wo die neuen Konzepte greifen sollen. Wagen wir möglichst viele Experimente, über deren Qualität dann die Praxis entscheiden muß. Und: Geben wir vor allem auch privaten Bildungseinrichtungen ihre Chancen.»

Alt-Bundespräsident Roman Herzog
Rede am 5.11.1997: «Aufbruch in der Bildungspolitik»