Die Waldorfpädagogik Rudolf Steiners

– Die Pädagogik zur Freiheit


Die drei goldenen Regeln der Erziehungs- und Unterrichtskunst:

«Das Kind in Ehrfurcht aufnehmen
In Liebe erziehen
In Freiheit entlassen»

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Rudolf Steiner hat diese drei "goldenen Regeln der Erziehungs- und Unterrichtskunst" in vielen Vorträgen dargestellt. Die obige Faksimile stammt aus einem seiner Notizbücher zum Vortrag:

«Die Erziehung des kleinen Kindes und die Grundstimmung des Erziehers»

4. Vortrag, Oxford, 19. August 1922

Die Grundlagen der Waldorfpädagogik wurden von Rudolf Steiner schon 12 Jahre vor der Gründung der ersten Waldorfschule in Stuttgart gelegt. In einem Aufsatz mit dem Titel "Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft" formulierte Steiner bereits 1907 wesentliche Grundfragen einer zukünftigen Pädagogik. So ist dort u.a. zu lesen:
"Was für «Fragen» durchschwirren doch heute die Welt: die soziale Frage, die Frauenfrage, die Erziehungs- und Schulfragen, die Rechtsfragen, die Gesundheitsfragen usw. usw. [...]
Hier soll dies für eine solche Frage gezeigt werden, für die Erziehungsfrage. Nicht Forderungen und Programme sollen aufgestellt, sondern die Kindesnatur soll einfach beschrieben werden. Aus dem Wesen des werdenden Menschen heraus werden sich wie von selbst die Gesichtspunkte für die Erziehung ergeben.
Will man dieses Wesen des werdenden Menschen erkennen, so muß man ausgehen von einer Betrachtung der verborgenen Natur des Menschen überhaupt."
Schon in dieser frühen Darstellung Rudolf Steiners zeigt sich deutlich: Die Waldorfpädagogik ist keine Weltanschauungsschule, sie ist eine Methodenschule. Aber nicht eine Methodenschule, in der Programme, Unterrichts- und Bildungspläne den gesellschaftlichen Bedürfnissen angepasste werden. Nein, die Waldorfpädagogik ist eine Methodenschule, in der das Kind selbst uns den Weg weisen soll, welche Bildungsinhalte für das jeweilige Alter die richtigen sind und wie diese an das sich entwickelnde Kind herangebracht werden sollen.
Die Waldorfpädagogik hat im Grunde keinen anderen Lehrplan als das Kind selbst, das uns, wenn wir es in seinen Entwicklungsschritten genau studieren, selbst verrät, wie wir unsere Aufgabe als Lehrer und Erzieher richtig ergreifen müssen.

Wie auf allen Einzelseiten dieser Website, so möchte ich auch bei den Themen zur Waldorfpädagogik lediglich diejenigen Aspekte herausgreifen und darstellen, die für mich eine ganz besondere Bedeutung haben. Dabei strebe ich nicht an, die ausgewählten Inhalte bis in die Einzelheiten darzustellen oder gar detailliert zu begründen. Wer das Dargestellte genauer hinterfragen möchte, muss die jeweiligen Quellen gründlich und vorbehaltlos studieren. Dazu finden sich auf allen Einzelseiten zu den jeweiligen Themen unter dem Klappmenu "Links" entsprechende Quellenangaben und weiterführende Informationsmöglichkeiten.